CO2-Preis 2027: Heizen mit Öl und Gas bleibt planbar

Blick über die Dächer der Hamburger Innenstadt mit dem Turm von St. Katharinen und der Elbphilharmonie

Gute Nachricht für alle, die mit Heizöl oder Erdgas heizen: Der CO2-Preis steigt 2027 nicht weiter. Der Bundestag hat Mitte Oktober eine Änderung des Brennstoffemissionshandelsgesetzes beschlossen. Danach bleibt der Preis auch im kommenden Jahr in einem Korridor von 55 bis 65 Euro je Tonne CO2. Der Bundesrat hatte im ersten Durchgang keine Einwände erhoben. Für Eigentümer ist das eine Atempause, aber kein Grund, die Modernisierung auf die lange Bank zu schieben.

Warum der Preis 2027 eingefroren wird

Eigentlich sollte die nationale CO2-Bepreisung 2027 in den europäischen Emissionshandel für Gebäude und Verkehr (ETS 2) übergehen. Dessen Start wurde auf EU-Ebene jedoch auf 2028 verschoben. Damit es im Übergangsjahr keinen Preissprung gibt, führt der Bund den bisherigen Korridor einfach fort.

Ab 2028 soll sich der Preis dann über europäische Versteigerungen bilden. Ein fester nationaler Korridor wie heute entfällt. Wie sich der Preis danach entwickelt, lässt sich derzeit nicht verlässlich vorhersagen.

Was das für Ihre Heizkosten bedeutet

Wer vorsichtig kalkuliert, setzt den Höchstwert von 65 Euro je Tonne an. Rechnerisch entspricht das rund 17 Cent je Liter Heizöl und gut 1 Cent je Kilowattstunde Erdgas, jeweils netto, also zuzüglich Mehrwertsteuer.

Für ein Einfamilienhaus im Hamburger Umland mit einem Gasverbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr macht allein der CO2-Anteil damit gut 260 Euro netto aus. Bei 2.000 Litern Heizöl sind es rund 340 Euro netto. Jede eingesparte Kilowattstunde senkt diesen Posten direkt.

Vermieter tragen einen Teil der Kosten

Bei vermieteten Wohnungen werden die CO2-Kosten nach dem Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz zwischen Mieter und Vermieter aufgeteilt. Maßgeblich ist der CO2-Ausstoß des Gebäudes je Quadratmeter Wohnfläche. Je schlechter das Haus energetisch dasteht, desto größer ist der Anteil des Vermieters, im ungünstigsten Fall bis zu 95 Prozent. Eine bessere Effizienz entlastet Vermieter also doppelt: über geringere Verbräuche und einen kleineren eigenen Anteil.

Die Atempause sinnvoll nutzen

Das Jahr 2027 eignet sich gut, um in Ruhe zu planen, statt unter Zeitdruck zu entscheiden. Ein individueller Sanierungsfahrplan (iSFP) zeigt, welche Maßnahmen sich für Ihr Gebäude lohnen und in welcher Reihenfolge sie sinnvoll sind: von der Dämmung der obersten Geschossdecke über neue Fenster bis zum Heizungstausch. Er ist zugleich eine solide Grundlage für spätere Förderanträge.

Gerade bei Häusern mit älterer Öl- oder Gasheizung lohnt ein Blick auf die Gesamtkosten der nächsten Jahre. Ab 2028 hängt der CO2-Preis vom europäischen Markt ab und ist damit schwerer kalkulierbar als bisher.

Wir beraten Sie in Hamburg und Umgebung

Als Energieeffizienz-Experten erstellen wir Ihren individuellen Sanierungsfahrplan und zeigen Ihnen, wie Sie Verbrauch und CO2-Kosten Ihres Hauses dauerhaft senken. Mehr dazu auf unserer Seite zur Energieberatung. Für Fragen zur Abrechnung der CO2-Kosten gegenüber Mietern empfehlen wir im Zweifel rechtlichen Rat.

Stand: 2. November 2026. Weitere Informationen: Deutscher Bundestag (hib): Grünes Licht für CO2-Preisdeckel

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