EH55-Förderung: Anträge nur noch bis Jahresende möglich

Visualisierung einer neuen Reihenhauszeile mit Photovoltaikanlagen auf den Dächern

Wer in Hamburg oder im Umland einen Neubau plant und bereits eine Baugenehmigung hat, sollte die kommenden Wochen im Blick behalten: Die zinsgünstige KfW-Förderung für Neubauten im Standard Effizienzhaus 55 läuft spätestens Ende 2026 aus. Der Bund hat die Mittel im Oktober zwar aufgestockt, eine Verlängerung über den Jahreswechsel hinaus ist aber nicht angekündigt.

Worum es bei der EH55-Plus-Förderung geht

Seit Dezember 2025 fördert der Bund über die KfW wieder Neubauten, die den Effizienzhaus-55-Standard erreichen. Zuvor war die Neubauförderung auf das strengere Effizienzhaus 40 beschränkt. Ziel ist, genehmigte, aber noch nicht begonnene Bauvorhaben in Gang zu bringen, also den sogenannten Bauüberhang abzubauen.

Gefördert werden der Neubau und der Ersterwerb von Wohn- und Nichtwohngebäuden. Für Wohngebäude gibt es zinsverbilligte Kredite von bis zu 100.000 Euro je Wohneinheit. Kommunen können stattdessen einen Zuschuss beantragen.

Die wichtigsten Voraussetzungen

Das Gebäude muss den Effizienzhaus-55-Standard erreichen, und die Wärme muss vollständig aus erneuerbaren Energien stammen. Infrage kommen etwa Wärmepumpe, Fernwärme, Solarthermie oder Biomasse. Öl- und Gasheizungen sind ausgeschlossen.

Bei Antragstellung muss eine gültige Baugenehmigung vorliegen, und mit dem Bau darf noch nicht begonnen worden sein. Im Sommer lag der Effektivzins bei zehn Jahren Laufzeit und Zinsbindung bei rund einem Prozent. Maßgeblich sind jeweils die aktuellen Konditionen der KfW.

Mittel aufgestockt, Frist bleibt

Die Nachfrage ist hoch: Bis Anfang Oktober wurden nach Angaben des Bundesbauministeriums rund 52.100 Wohneinheiten gefördert. Das ursprüngliche Budget von 800 Millionen Euro wäre voraussichtlich noch vor Jahresende aufgebraucht gewesen, deshalb hat der Bund nachgelegt.

Anträge sind möglich, solange Mittel vorhanden sind, spätestens aber bis zum 31. Dezember 2026. Entscheidend ist der Eingang des Antrags bei der KfW. Private Bauherren stellen ihn über ihre Bank oder einen anderen Finanzierungspartner der KfW. Energiekonzept, Nachweise und Finanzierung sollten daher jetzt zügig abgestimmt werden, denn das braucht Vorlauf.

Die Alternative: Effizienzhaus 40 und QNG

Unabhängig von der Sonderförderung bleibt das reguläre KfW-Programm „Klimafreundlicher Neubau“ bestehen. Es setzt das Effizienzhaus 40 und geringe Treibhausgasemissionen im gesamten Lebenszyklus voraus. Mit einem Zertifikat nach dem Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) steigt der Kredithöchstbetrag von 100.000 auf 150.000 Euro je Wohneinheit. Ob sich der höhere Standard rechnet, hängt vom einzelnen Projekt ab.

Wir begleiten Ihr Neubauprojekt

Als dena-Energieeffizienz-Experten und QNG-Auditoren unterstützen wir Bauherren in Hamburg und im Kreis Pinneberg bei der Wahl des passenden Effizienzhaus-Standards, bei den Fördernachweisen und bei der Nachhaltigkeitszertifizierung. Sprechen Sie uns gern frühzeitig an. Mehr dazu finden Sie auf unserer Seite Nachhaltiger Neubau. Fragen zur Finanzierung klären Sie am besten mit Ihrer Bank.

Stand: 27.10.2026. Weitere Informationen: BMWSB: EH55-Plus-Förderung – Bund stockt Mittel auf

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